Guter Kompost braucht seine Zeit

Guter Kompost braucht seine Zeit

An der Hellefelder Höhe können sich Kleingärtner aus der Region selbst bedienen – und das kostenlos

„Wir nutzen den Kompost für unsere Blumen“, erklärt Martin Witsch aus Bruchhausen an diesem regnerischen Maitag. Er ist mit seiner Ehefrau einer der Selbstabholer am Kompostwerk an der Hellefelder Höhe. Schnell sind einige grüne Abfallsäcke mit frischem Kompost gefüllt und im Auto verstaut, dann geht es zurück in den Garten: „Wir waren schon öfter hier oben“, berichtet Witsch. Der Kompost eigne sich besten für große Blumentöpfe oder den Vorgarten. Selbst kompostiere man nicht daheim. „Aber ich rieche bei der Jagd hier oben den Kompost, da wird man dann an diese Möglichkeit erinnert“, findet Martin Witsch.

Die geringe Menge, die man selbst erzeugen könne, ist auch das Problem eines jungen Mescheders, der mit seiner Ehefrau und den Kindern ein Hochbeet mit den Maßen 12 mal 1 Meter angelegt hat: „Da braucht es schon eine ganze Menge Kompost. Und die kann man kaum zu Hause gewinnen. Da lohnt sich schon die ein oder andere Fahrt auf die Hellefelder Höhe“, berichtet er. Fünf Euro zahlt er gern für die zwei vollen Ladungen, die per Schaufelbagger auf dem Anhänger landen.

Im Kompostwerk Hellefelder Höhe betreut Christoph Schulte-Huermann aus Sundern den Bereich private Anlieferung und Abholung: „An guten Samstagen kommen oft 200 Personen und holen sich Kompost. Da er umsonst ist, wenn man ihn selbst auflädt, ist der Andrang ganz gut.“ In der Regel fahren täglich etwa 40 bis 50 Gartenfreunde vor. Dabei gehe es wie bei dem Mescheder um Blumenbeete, Obstbäume, Erdbeeren, aber auch um kleine Kräutergärten.“

Gibt es denn wieder mehr Gärten? „Das kann man nicht generalisieren“, sagt Schulte-Huermann. Leider sei ein Trend zu immer mehr Stein und Kies im Garten zu verzeichnen. Anderseits hätten die Nachrichten über den Tod von Insekten doch etliche Menschen in der Region aufgeschreckt. „Wir hören das immer wieder. Man legt ganz bewusst eigene Kräutergärten und Blumenecken an.“

Guter Kompost braucht Zeit: Der angelieferte Biomüll wird zunächst sortiert. „Er enthält natürlich eine Menge an Fehlwürfen: Etwa Rosenscheren, Messer, Besteck, aber auch Konserven und natürlich immer wieder Plastikmüll“, so Betreiber Reimund Klute. Das schwere Gut wird in Sieben getrennt, das leichte Plastik wird in einer Verwirbelung abgesaugt. Danach wird das Material mit zehn Prozent sogenannten Überkorns gemischt und gelagert.

„Es hat bei der Ankunft etwa 17 Grad, nach einer Nacht mit den Bakterien steigt die Temperatur auf 60 Grad“, berichtet der Kompostexperte. Darin sieht er auch den Vorteil gegenüber dem  kompostieren im Garten: „Alle Samen, alles Unkraut und alle Keime sind nach einer sechswöchigen Lagerung beseitigt.“ Auf einen Fehler weist Mitarbeiter Schulte-Huermann hin: „Man darf den Kompost nicht auf die Erde streuen, dann hat viel Unkraut im Garten, weil sich im Kompost Flugsamen anlagert. Der Kompost muss in die Erde gemischt werden.“ Nach der langen Lagerung, immer alt und neu nebeneinander, wird der Kompost nochmals gesiebt und gereinigt, vor allem kleinere Plastikstücke werden entfernt. Das Ziel: „Wir wollen am Ende richtige Erde.“Nachdem Plastik zum großen Thema wurde, werde es jetzt in allen Kompostanlagen in Deutschland so gemacht: „Wir waren bis 2016 aber die einzigen, die es zweimal gesiebt haben“, informiert Klute.

Die private Annahme und Abgabe gibt es nun schon seit 20 Jahren. Die kostenlose Abgabe habe sich bei den Kleingärtner und privaten Gartenbesitzer in der Region sowie Blumenfreunden herumgesprochen: „Hauptkunden sind aber landwirtschaftliche Betriebe, weil der Kompost den Lehm am Boden bindet“, berichtet Klute. Dazu kommen auch Gartenbauunternehmen. Ganz anders düngt Gartenbesitzerin Jenny Schweitzer aus Hachen: Sie verlässt sich bei der Zucht von Tomaten, Salaten und Zucchini auf die gute alte Methode: „Meine Tochter bringt aus dem Pferdestall immer Pferdeäpfel mit, allerdings ohne Stroh“, berichtet sie. Die Erfolge sind vorzeigbar. Einen kleinen Tipp hat sie noch parat: „Ich gebe immer noch ein ganz wenig Guano bei, den kaufe ich beim Gärtner zu. Das ist keine Chemie, aber damit gedeihen auch die Geranien bestens.“

Gewinnspiel

Schulen, Vereine und Kitas erhalten/ erhielten zur Projektförderung der Bürgerstiftungen eine E-Mail. Anträge können per Mail an info@buergerstiftung-arnsberg.de oder info@buergerstiftung-sundern.de gestellt werden. Wer sich mit seinem Garten an dem Wettbewerb „Zukunft pflanzen“ beteiligen will, meldet sich bei Martin Haselhorst, m.haselhorst@westfalenpost.de 
Die Westfalenpost verlost gemeinsam mit der Sparkasse Arnsberg/ Sundern vier „Zukunft pflanzt“-Starterpakete. Wer diese gewinnen will, schickt eine Mail an gewinnspiel-arnsberg@westfalenpost.de

Text und Bild: M. Schäfer Westfalenpost

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