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Kündigung aus Frust? Ein genauer Blick wirkt Wunder

von Matthias Brägas am 3. Februar 2018

 

 

Ihnen fehlt die Freude an der Arbeit? Selbst in Ihrer Freizeit können Sie an nichts anderes mehr denken? Unzufriedenheit ist einer von vielen Gründen für eine Kündigung. Trotzdem sollten Sie sich diese wichtige Entscheidung gründlich durch den Kopf gehen lassen. Eine Kurzschlusshandlung ist gefährlich: Ihr tatsächliches Problem besteht vielleicht weiterhin.

Durchleuchten Sie Ihre Situation analytisch. Gedanken können Sie sich nicht nur im Kopf machen, sondern auch systematisch auf dem Papier. Ein Perspektivenwechsel kann zu entscheidenden Erkenntnissen führen. Vielleicht müssen Sie Ihren Job gar nicht hinschmeißen, sondern einfach nur an ein paar kleinen Stellschrauben drehen. Dazu gehören klärende Gespräche, ein Abteilungswechsel und das Ansprechen von Problemen. So kann sich Ihre Situation schnell verändern.

 

„Einfach nur weg“ ist keine gute Taktik

 

Reichen Sie die Kündigung ein, ohne Ihr eigentliches Problem benennen zu können, entgeht Ihnen möglicherweise nicht nur eine Gelegenheit. Sie gehen mit einem neuen Job gleichzeitig ein großes Risiko ein. Der reine Fluchttrieb ist kein guter Grund, um das aktuelle Arbeitsverhältnis zu beenden. Nach der Euphorie über das Verlassen des alten Arbeitsplatzes und das Erreichen des neuen Jobs kann der Frust schnell zurückkehren. Die Vorteile der neuen Stelle haben im Alltag eine kurze Halbwertszeit. Mittlerweile scheint es so, als müsste jeder seinen Traum-Job finden und ausüben. Wer sich von diesem Gedanken löst, erkennt Arbeit eher als das an, was es ist: Arbeit. Zumindest können Sie sich damit anfreunden, für Ihre Leistung bezahlt zu werden.

 

Luftschloss oder echte Chance?

 

Natürlich muss Ihr Antrieb zum erfüllenden Job nicht von einem gesellschaftlichen Zwang herrühren. Vielleicht ist es eher ein inneres Bedürfnis – ein Berufswunsch aus Ihrer Kindheit oder eine neue Erkenntnis. Allerdings sollten Sie auch dann nichts überstürzen. Machen Sie sich zunächst bewusst, welche Schwierigkeiten mit der Verwirklichung dieses Vorhabens verbunden wären. Ohne die nötige Portion Ehrlichkeit merken Sie vielleicht zu spät, dass Sie den großen Umbruch nicht stemmen können. Sie sind nach einer realistischen Einschätzung zu dem Schluss gekommen, dass Sie das Abenteuer wagen wollen? Dann geht es im ersten Schritt an die ausführliche Planung und nicht die hektisch formulierte Kündigung.

Es gibt weitere Situationen, in denen ein Jobwechsel sehr wohl angebracht ist, zum Beispiel wenn Ihr körperliches oder psychisches Wohl beeinträchtigt wird. Das kann durch Schikanen des Vorgesetzten, Mobbing der Kollegen und anhaltenden Stress ausgelöst werden. Aber auch wenn Ihrer aktuellen Stelle die Perspektive fehlt, ist eine Veränderung denkbar. Dabei gilt es herauszufinden, wie das Problem beim nächsten Arbeitgeber vermieden werden kann. Sonst ist eine weitere Kündigung nur eine Frage der Zeit.

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